Frankreichaustausch Juni 2025

An der Gruppenmobilität nehmen 26 SchülerInnen aus den Klassen 6-10 teil.

ErasmusJoignyGruppe2025

Alle haben Französisch als 2. FS gewählt. Die Heterogenität der Gruppe bzgl. des Alters und der jeweiligen Französischkenntnisse ergibt sich aus der Thematik des Erasmus-Projektes und der Zusammensetzung der teilnehmenden Gruppe unserer französischen Partnerschule. (Frz. Schülergruppe: die Garten-AG des Collège Marie Noël)

Thema: Les jardins qui se ressemblent et rassemblent.

Das themenorientierte Arbeiten erleichtert es, die Sprachbarrieren zu überbrücken, zumal die Deutschkenntnisse auf der französischen Seite nur sehr dürftig bis gar nicht vorhanden sind.

Während des Erasmus-Projektes im Schuljahr 2023/24 mit dem Lycée Louis Davier in Joigny wollten wir unsere eingeschlafenen Kontakte zum Collège Marie Noël in Joigny wieder aufgreifen und planten ein neues Erasmus-Projekt, um auch den Schülern der SI die Möglichkeit zu geben, an einem Austausch teilzunehmen. Von französischer Seite erklärte sich M. Meli, Leiter des CDI, dazu bereit, mit seiner Garten-AG an einem Projekt teilzunehmen. Vor den Sommerferien des Schuljahres 2023/24 besuchte M. Meli unsere Schule anlässlich einer Projektwoche, in der unsere deutsche „Erasmus-Gruppe“ in Vorbereitung bereits ein Projekt mit dem Namen „Projekt Schüler Austausch – Erasmus Projekt – Schwerpunkt Garten und Tiere des Gartens“ durchgeführt hat.

Entsprechend wurde auch bereits beim Besuch der Franzosen vom 04.04. bis 11.04.2025 an dem Thema der Gärten gearbeitet. (Gärtnerei der Abtei Maria Laach, Schmetterlingsgarten in Sayn, Ausstellung im Gasometer Oberhausen, Landschaftspark Duisburg Nord als Beispiel für Industrienatur).

ErasmusJoignyIndustrie2025

ErasmusJoignyGruppeIndustrie2025

Unser Gegenbesuch vom 05.06. bis 12.06.2025 wurde in den Zeitraum der „Jardins en fête dans le Jovinien“ gelegt. Alle Unterrichtsformen, Projektarbeiten und Aktivitäten dieser Woche fanden in der binationalen Großgruppe statt.

Sie erwerben bei einem Besuch und der Führung beim Imker grundlegendes Wissen über Imkerei, Bestäubung und Biodiversität (Rolle der Biene für die Landwirtschaft). Dabei bauen die SuS Ängste und Vorurteile gegenüber Bienen ab. Das direkte Erleben der Bienen fördert Umweltbewusstsein und verantwortungsvolles Handeln im Umgang mit der Natur. Die SuS erweitern ihren französischen Wortschatz zum Thema Biene.

ErasmusJoignyBienen2025

Bei einem gemeinsamen Marktbesuch begehen die SuS eine traditionelle französische Markthalle und verschaffen sich einen Überblick über das weit gefächerte Angebot der regionalen Waren. Im Anschluss findet eine Verkostung verschiedener regionaler und saisonaler Spezialitäten statt (sensorisches Lernen). Die SuS lernen französische Marktkultur als elementarer Bestandteil der französischen Küche kennen. Sie lernen die Vielfalt regionaler und saisonaler Produkte der Region Burgund kennen und vergleichen die deutsche und französische Esskultur miteinander. Durch das gemeinsame Erleben kulinarischer Vielfalt wird die interkulturelle Toleranz gefördert (interkulturelles Lernen). Sie entwickeln dabei ein Bewusstsein für nachhaltige Ernährung und regionale Vermarktung. Die SuS erweitern ihren Wortschatz rund um das Thema „Markt“, „Gemüse“, „Obst“ und andere Lebensmittel.

ErasmusJoigny2025Kochen

Die SuS lernen am Beispiel Versailles das dominierende Gartenmodell des 17. Jahrhunderts kennen (Beispiel barocker Gartenkunst, die eine ganze Epoche geprägt hat). Die SuS verstehen Gartenkunst als kulturelles, historisches und politisches Ausdrucksmittel, indem sie verschiedene Gartentypen miteinander vergleichen (Barockgarten vs. Industrienatur (Duisburg), s. Programm vom 04.04.bis 11.04. Sie setzen sich mit kulturellen Symbolen und Repräsentationsformen auseinander (Wie drückt sich der absolutistische Machtanspruch in der Gestaltung des Gartens aus?)

Die SuS erfahren die Bedeutung eines jardin botanique am Beispiel des Gartens in Marnay-sur-Seine (naturwissenschaftliche Dimension: Was macht einen Garten zu einem botanischen?) Sie erweitern ihr Fachwissen zur Evolution und Pflanzenvielfalt. Sie lernen die Unterschiede zwischen Wildpflanzen, Nutzpflanzen und Zierpflanzen kennen. Die SuS lernen die Entwicklung und Bedeutung von Heilkräutern kennen (seit dem Mittelalter bis in die aktuelle Forschung). Sie entwickeln ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Notwendigkeit, das eigene Handeln im Sinne der Natur zu verbessern. Im atelier pédagogique erfahren sie einen Überblick über Evolutionsgeschichte. Dies fördert das konzentrierte Zuhören und reflektierte Beobachten. Sie erweitern ihren Wortschatz (vor allem im Bereich Kräuter und Gemüse).

In Vorbereitung der „soirée spectacle“ arbeiten die SuS praktisch an verschiedenen Stationen (Bau von Insektenhotels, Bau von Samenbomben, Bau einer Vogelscheuche für den Schulgarten, Herstellung regionaler Spezialitäten mit selbst geernteten Kräutern aus dem Schulgarten, Einüben musikalischer Beiträge sowie die deutsch-französische Lektüre von Fabeln von La Fontaine). Sie stellen am Abend ihre Ergebnisse der beiden Wochen vor. Dabei bauen sie ihre Kenntnisse im praktischen Gestalten aus. Sie reflektieren die Notwendigkeit einer funktionierenden Biodiversität (v.a. beim Bau der Insektenhotels und Samenbomben). Die SuS verbessern ihre Teamfähigkeit in der Kooperation in binationalen Teams (s. gemeinsames Zubereiten der Speisen, Einüben der Vorträge). Sie erweitern ihren Wortschatz im Bereich des praktischen Arbeitens.

Ein eigens für das Projekt erstelltes „Mon carnet du jardin“ unterstützt die Lernenden während der gesamten Zeit beim Vokabellernen mit Vokabelkarten und Übungen (Vokabelkarten zum Themenbereich Garten etc., „Mon dico personnel“ für eigene wichtige Vokabeln, allgemeiner Wortschatz für das Leben in der Gastfamilie). Ein über fobizz erstellter Chatbot („Mlle Flore“) unterstützt die Lernenden bei inhaltlichen und sprachlichen Fragen. Die Lehrkräfte unterstützen begleitend die Sprachentwicklung der Lernenden. Die SuS vertiefen den allgemeinen Wortschatz, der im Umgang mit der Gastfamilie genutzt wird.

Text und Fotos: Claudia Jansen